Microsoft-News Juni 2026: E7, Hotpatching und das Ende von Project Online

2026 bringt einige der größten Änderungen im Microsoft-Umfeld seit Jahren – und gleich drei davon betreffen besonders viele Unternehmen direkt. Vom neuen Spitzen-Abo „E7″ über bezahlpflichtige Server-Updates bis zum Aus für Project Online: Wir fassen für Sie zusammen, was sich ändert, ab wann es gilt und was das konkret für Ihre IT bedeutet.

Microsoft 365 E7 – die neue „Frontier Suite“

Mit Microsoft 365 E7 hat Microsoft am 9. März 2026 die erste neue Enterprise-Lizenzstufe seit der Einführung von E5 im Jahr 2015 angekündigt. Seit 1. Mai 2026 ist sie allgemein verfügbar. Die als „Frontier Suite“ vermarktete Stufe bündelt vier Bausteine in einer einzigen Lizenz:

  • Microsoft 365 E5 als Produktivitäts- und Sicherheitsfundament
  • Microsoft 365 Copilot für KI direkt in den täglichen Anwendungen
  • Agent 365 zum sicheren Bereitstellen, Organisieren und Steuern von KI-Agenten – in E7 enthalten und zusätzlich auch einzeln erhältlich
  • Microsoft Entra Suite für erweiterte Identitäts- und Zugriffskontrolle

Der Gedanke dahinter: KI-Agenten sollen künftig wie digitale Mitarbeiter*innen behandelt werden – mit eigener Identität, Zugriffsrechten und Governance. E7 ist die Lizenz, die das kommerziell abbildet. Der Listenpreis liegt bei rund 99 USD pro Nutzer*in und Monat.

Was das für Sie bedeutet: E7 ist kein Pflichtprogramm und rechnet sich nicht für jeden. Wer bereits auf E5 setzt und Copilot sowie KI-Agenten breit ausrollt, profitiert von der Bündelung – weniger Verträge, eine Governance für Mensch und Agent, oft ein Preisvorteil gegenüber dem Einzelkauf. Wer KI noch nicht produktiv im Einsatz hat, fährt mit E3 oder E5 meist günstiger. Häufig ist ein Mischmodell sinnvoll: das Gros der Belegschaft auf E3/E5, Power-User auf E7.

Zur Einordnung: Zum 1. Juli 2026 steigen ohnehin die Listenpreise – E5 von 57 auf 60 USD, E3 von 36 auf 39 USD pro Nutzer*in und Monat. Wer in diesem Zeitfenster ohnehin verlängert, sollte die Optionen genau durchrechnen.

Hotpatching für Windows Server 2025 – jetzt kostenlos über Azure Arc

Hotpatching erlaubt es, Sicherheitsupdates auf Windows Server 2025 einzuspielen, ohne den Server neu zu starten. Für Administrator*innen heißt das: weniger Wartungsfenster, weniger Ausfallzeit und schnelleres Schließen von Sicherheitslücken.

Die gute Nachricht: Hotpatching ist für Azure-Arc-fähige Server jetzt kostenlos. Bislang war die Funktion nur für Server gratis, die nativ in Azure laufen, und kostete für Azure-Arc-fähige Server 1,50 USD pro Kern und Monat. Diese Kosten wurden zum 15. Mai 2026 für alle bereits registrierten Server eingestellt – ganz ohne Ihr Zutun. Bestehende Maschinen bleiben angemeldet und erhalten weiterhin Hotpatches.

Damit steht die Funktion nun auch für On-Premises- und Multicloud-Server ohne Zusatzkosten zur Verfügung. Voraussetzung bleibt:

  • Windows Server 2025 Standard oder Datacenter
  • Anbindung über Azure Arc und aktivierte Virtualization-based Security (VBS)
  • Pro Quartal ist weiterhin ein Neustart für das Baseline-Update nötig (Jänner, April, Juli, Oktober); dazwischen werden Sicherheitsupdates ohne Neustart eingespielt.

Was das für Sie bedeutet: Wer Ausfallzeiten minimieren will – etwa in Produktion, Handel oder an Remote-Standorten – erhält jetzt eine nahezu unterbrechungsfreie Update-Strategie ohne Aufpreis. Wir richten die Azure-Arc-Anbindung sauber für Sie ein, damit Ihre Server von Hotpatching profitieren.

Project Online wird eingestellt – und was mit Project Server passiert

Microsoft stellt Project Online zum 30. September 2026 ein. Nach diesem Datum besteht kein Zugriff mehr auf Projekte oder zugehörige Daten in diesem Dienst. Der Verkauf reiner Project-Online-Pläne ist bereits seit 1. Oktober 2025 eingestellt, und ab 1. April 2026 lassen sich keine neuen Tenants mehr anlegen.

Auch die On-Premises-Welt ist betroffen: Für Project Server 2016 und 2019 endet der erweiterte Support am 14. Juli 2026 – danach gibt es keine Sicherheits- und Produktupdates mehr. Ein zusätzliches Detail mit Tücken: Die SharePoint-2013-Workflows, auf denen viele Genehmigungs- und Governance-Prozesse in Project Online basieren, werden bereits im Frühjahr 2026 deaktiviert.

Als Nachfolger empfiehlt Microsoft die Project Server Subscription Edition sowie Planner (inklusive Premium-Funktionen) und Project for the Web.

Was das für Sie bedeutet: Wer Project Online oder einen älteren Project Server nutzt, sollte jetzt handeln. Eine Migration braucht Zeit – für Datensicherung, Umzug der Projekthistorie, Anpassung von Reports und Berechtigungen sowie Schulung der Anwender*innen. Wichtig: Sichern Sie Ihre Daten rechtzeitig vor dem Abschalttermin.

Unser Fazit

E7, Hotpatching und das Project-Online-Aus zeigen dieselbe Richtung: Microsoft baut konsequent auf KI und Cloud um – und stellt einige bewährte Modelle auf neue, oft abobasierte Beine. Das ist kein Grund zur Eile, aber ein guter Anlass, die eigene Lizenz- und Server-Strategie zu prüfen.

Als zertifizierter Microsoft-Partner unterstützen wir Sie dabei: Wir rechnen durch, ob sich E7 für Sie lohnt, klären die Hotpatching-Frage für Ihre Server und planen Ihre Project-Migration – transparent und auf Ihren Betrieb zugeschnitten.